Hinweis

Die Methodik Ihrer Ausbildung

Prof. Horst Siebert schreibt in seinem Buch "Konstruktivistisch lehren und lernen", dass Menschen lernfähig aber unbelehrbar sind. Gemeint ist damit, dass Menschen immer dann gut lernen, wenn sie es selber dürfen und selbst organisiert tun. Wann immer "der Lehrer" das Lernen des Einzelnen oder der Gruppe "erzwingt", entsteht die Gefahr der Lernunlust und des Lernwiderstandes - aber auch der Lernabwendung. Warum sollte ein erwachsener Mensch einfach unreflektiert die Lernangebote des Ausbilders übernehmen? Stimmen die Lernangebote - sowohl die Fakten aber insbesondere die zu lernenden Erkenntnisse - mit den Erfahrungen und Interessen des Lerners überein? Haben  die Lernangebote einen Zusammenhang mit meiner Wirklichkeit?

Ja, ja, jeder kennt den Spruch: wir lernen nicht für die Schule sondern für das Leben. Richtig. Es ist immer das individuelle Leben - also Ihr leben in der Zukunft für das Sie jetzt in der Ausbildungssituation lernen. Ihre Zukunft kennt aber kein Lehrer und kein Ausbilder. Allein Sie kennen genau den Kontext (Beobachter 1. Ordnung), die Arbeitsumgebung, mit den Arbeitsinhalten und Arbeitsbedingungen, die Sie zukünftig meistern wollen. Sie "interpretieren/konstruieren" nach bestem Wissen und Gewissen Ihre zukünftigen Anforderung und die damit verbundenen Fähigkeiten, um in zukünftigen Situationen möglichst erfolgreich sein zu können. Wenn die von Ihnen gewählte Zukunft  "Meine Tätigkeit als Systemischer Management Coach (Executive Coach)" lautet, dann bereitet diese Ausbildung Sie individuell darauf vor. Dazu brauchen Sie die Erfahrung und Gewissheit:

1. Faktisch richtiges Wissen zu haben
2. Situationen zu kennen in denen Sie Ihr Wissen anwenden
3. Die Fähigkeit sich in diesem Zusammenhang zu überprüfen und Schlussfolgerungen ziehen zu können
4. Mut und Überzeugung zu besitzen, Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in zukünftigen Arbeits- oder Lebenssituationen selbstinterpretiert
erfolgsversprechend einbringen zu können

Dies sind die vier Fähigkeitsbeschreibungen, die in dieser Ausbildung gelten. Es sind die vier systemisch-konstruktivistischen Lerntaxonomiestufen. in der Lerntheorie beschreiben Lerntaxonomien "Fähigkeitszustände".

Das Credo der Philosophie vom Selbstorganisierten Coaching lautet praktisch betrachtet: wenn du dich verändern willst, dann organisiere deine Veränderung selbst. Veränderungsprozesse sind Lernprozesse. Es ist also Lernen - Ihr Lernen -  mit dem Sie sich als Teilnehmer der Coachausbildung auseinandersetzen, Nichts anderes tut auch der Coachee, wenn er sich absichtlich verändern will  - aber auch verändert haben wird. Veränderungsprozesse sind Lernprozesse.

Jeder lernt auf seine Weise, manchmal schnell, manchmal langsam, manchmal freudig, manchmal trotzig............ In dieser Ausbildung zum Coach ist individuelles Lernen ganz groß geschrieben. Bei aller Individualität: ohne faktisch richtiges Wissen geht nichts. Diese Form des "Vokabellernens" kennt jeder aus der Schulzeit. Aber wer nicht weiß, was 'Guten Tag' auf Englisch heisst, kann nun eben 'mal nicht Englisch sprechen.

Die Methodik einer Ausbildung beschreibt wie und auf welche Art gelernt werden kann. Die fachlichen Inhalte (Didaktik) werden nach pädagogischen Lerngesichtspunkten in der Ausbildung angeboten:

1. Vom Einfachen zum Schwierigen (Beispiel: einzelne Rechenoperationen, wie Plus und Minus sind einfacher allein auszuführen als ihre Kombinationen und Strukturen von Rechenoperationen wie: 2 mal 16 geteilt durch 5.42 )
2. Vom Konkreten zum Abstrakten - induktives Vorgehen (Beispiel: Tannenbaum zu Nadelbäumen)
3. Vom Allgemeinen zum Speziellen - deduktives Vorgehen (Beispiel: allgemein besteht ein Apfelkuchen aus folgenden Bestandteilen und Zutaten.... und wird mittels Formen.. und Hitze.. hergestellt - in  dieser speziellen Küche mit seiner Ausstattung gilt es einen Apfelkuchen zu backen.)
4. Vom Bekannten zum Unbekannten - konstruktivistisches Lernen (Beispiel: als Fahrschüler habe ich in meiner Umgebung Auto fahren gelernt - gilt dies Gelernte auch in meinem fernen Urlaubsland?)

Aber diese vier Grundsätze allein reichen nicht aus. Sie müssen mit den vier systemisch-konstruktivistischen Lerntaxonomien zu komplexen Lernstrukturen kombiniert werden.

Praktisch erleben Sie diese "4 x 4 Pädagogik"  konkret und hautnah in:

  • am Coachingprozess orientiertes Lernen, damit lernen Sie den Prozess für Ihr reales Coaching in allen Facetten genauestens kennen
  • Mentoring durch Ihren Ausbilder, damit Ihre Lernperformance Wirklichkeit wird
  • Lerngespräche, die Ihr Lernen und Selbstlernen initiieren
  • supervidierte Live Coachings der Teilnehmer untereinander
  • supervidierte Coachings außerhalb der Ausbildung durch Ihren Ausbilder
  • Selbstcoaching als Konfrontationslernen für Ihre Performance
  • Einzel- und Gruppenarbeiten mit moderierter Auswertung durch  Ihren Ausbilder
  • Reflexionsphasen - Einzeln und in der Lerngruppe - moderiert durch Ihren Ausbilder
  • konzeptionelle Einzelarbeiten zum Erkennen von induktivem und deduktivem Vorgehen als Executive Coach
  • selbststeuernde Lern- und  Arbeitsgruppen

Die methodischen Intentionen dieser Lernformen sind:

  • Handlungskompetenz entwickeln, Handlungsorientierung erhalten, Entscheidungsfähigkeit sichern, Wahrnehmungserweiterung auslösen, Verhaltensalternativen ermöglichen
  • Mehrfunktionalität ihres Ausbilders als Ihr Mentor, als Ihr Lernhelfer und als Ihr Supervisor
  • Systemische Feedbacksystematiken anwenden - aus verschiedenen Gesichtspunkten das eigene Verhalten auf Wirksamkeit im Kontext überprüfen

Mit Folgendem können Sie in Ihrer Ausbildung "rechnen":

  • vollständiger Verzicht auf Rollenspiele, Fallstudien o.ä., denn nur an der Realität werden Sie lernen
  • authentische Situationen / Lernen am realen (live) Beispiel - Sie erleben sich mit Ihren Veränderungsthemen auch als Coachee
  • Eindeutige Bewertungsmaßstäbe für Ihr Lernen. Vereinbarte Orientierungen erleichtern das lernförderliche Feedback
  • Transferlernen, damit Sie Nachhaltigkeit des Lernens persönlich erleben
  • Wertebezug, damit Sie sich in wertegeleiteten Kontexten bewußt steuern können

Damit ist Ihr Lernen genau so komplex, differenziert und "unsicher" wie Ihr Alltag, aber auch der Alltag Ihres Coachee. Der Coachingprozess ist eine Methode, die in ihrer Struktur feststeht und dadurch immer wieder "gleich" benutzt werden soll. Die Methode Coachingprozess gibt Halt und Orientierung in einer komplexen und "unüberschaubaren" Welt, in der sich der Coachee mit seiner Veränderung und seinem Lernen befindet und erlebt. Dieses Empfinden und Erleben antizipieren Sie als Lerner in dieser Ausbildung. Die Methodik dieser Ausbildung bietet Ihnen in weiten Teilen "Ihr" Lernen, dem Lernen Ihres Coachee vor- und nach zu vollziehen. Sie sind Auszubildender und Coachee - weil beide sich nach den gleichen qualitativen und quantitativen Gesetzmäßigkeiten des Lernens erfolgreich verändern. Und wenn Sie den Prozess gelernt haben, wie Ihr Coachee es in seinem Coaching tun soll, dann können Sie und Ihr Coachee sich nachhaltig selbst organisieren. Nichts anderes beschreibt die Theorie vom Selbstorganisierten Coaching.