Hinweis

Entscheidungshilfe zur Wahl der Coachausbildung

Die Wahl einer zu Ihnen passenden Coachausbildung stellt Sie möglicherweise vor eine schwierige Entscheidung. Bei der Vielzahl der Anbieter von Coachausbildungen treffen Sie auf einleuchtende Argumente, symphatische Beschreibungen und gefühlvolle Bilder. In einer Marktwirtschaft ist es normal, dass jeder Anbieter sich von seiner "besten" Seite zeigt. Normal ist es auch, sein Angebot den allgemeinen Markterfordernissen in Sprachstil und Argumenten anzupassen und anzupreisen.

Wollen Sie eine Entscheidung für Ihre Coachausbildung treffen, mit der Sie "glücklich" sein wollen in der Zukunft, empfehlen ich Ihnen daher folgende Vorgehensweise:

1. Analyse Ihres Entscheidungsverhaltens

Fragen Sie sich, warum Sie eine Coachausbildung machen wollen.

  • Wollen Sie sich ausschließlich persönlich kennen lernen und entwickeln?
    (wer bin ich, was will ich und wie agiere ich gut im Alltag?)
  • Wollen Sie sich persönlich weiterentwickeln und das Erlernte im Arbeitsalltag anwenden (egal, ob Sie Führungskraft, Team- oder Projektleiter sind)?
  • Wollen Sie als Selbstständiger oder zukünftiger Selbstständiger als Ergänzung zu Ihren bisherigen Angeboten eine zusätzliche Qualifikation "zertifizierte Coachkompetenz" erwerben, um im Markt zu bestehen?

Fragen Sie sich, was Ihnen wichtig ist, wenn Sie selbst gecoacht würden:

  • Wenn der Coach Sie und Ihre Situation diagnostiziert (ähnlich einem Arzt - der Unterschied liegt darin, dass der Coach nicht den Begriff Anamnese verwendet) und daraus einen Arbeitsauftrag ableitet, den er mit Ihnen vereinbart?
  • Wenn der Coach die Zusammenhänge Ihres Themas tiefer erforscht, die ihm selbst wichtig erscheinen?
  • Wenn der Coach Methoden einsetzt, die Sie zwar ablehnen dürfen, aber die er für richtig erachtet?
  • Wenn der Coach konsequent auf eine Bewertung bzw. Diagnose verzichtet und Ihnen stattdessen Modelle bereitstellt, die es Ihnen ermöglichen sich selbst zu diagnostizieren?
  • Wenn der Coach Ihnen zu jeder Zeit die Freiheit läßt, selbst Entscheidungen zu treffen und der Coach durch seine Diagnose für Sie keine "Vorauswahl" trifft?
  • Wenn der Coach sich von vornherein mit Ihnen auf eine Methode vereinbart, die Sie nach dem Coaching auch selbst auf Themen, die Ihrem Coachingthema ähnlich sind, anwenden können? Sie sich also wirklich selber helfen können.

2. Analyse der Inhalte von Webseiten und Broschüren

Untersuchen Sie das "wording" der Coachausbildungsanbieter. Es gibt die Sprache der wohlmeinenden Lenker, Kontrolleure, Anweiser und Unterstützer. Ihnen allen gemeinsam ist, anderen Menschen aus ihrem Wissen oder Erfahrung helfen zu wollen. Positiv formuliert: diese Coachs lassen uns teilhaben an Ihrer Erfahrung und ihrem Wissen. Wir sollen denken, dass sie uns damit erfolgreich machen und versuchen deshalb ihren Rat in unser eigenes zukünftiges Verhalten einfließen zu lassen. Negativ formuliert: diese Coachs nehmen direkt oder indirekt Einfluss auf unser Denken und Fühlen und damit auf unsere Entscheidungen. Diese Coachs machen uns unselbstständig oder "lassen" uns in unserer Unselbstständigkleit. Wir werden von ihrer Unterstützung abhängig.

Beispiele

"Häufig ist zusätzliches Know-how zur Behandlung bzw. Bewältigung einer Situation erforderlich, das der Coach einspeisen, - manchmal auch zur Erarbeitung an andere Experten delegieren, - muss."*
Es bedeutet praktisch: der Coach nimmt Einfluss auf die Entscheidungsfindung: (Berateransatz)

"Coaching unterscheidet sich von rein auf Prozessbegleitung angelegten sozialwissenschaftlichen Schulen darin, dass der Coach Feedback gibt und Stellung bezieht. Das kann zu vielen Fragen und Themen erfolgen, wobei das Ziel stets darin besteht, die Positionsfindung des Coachees zu fördern und zu unterstützen, Risiken und mögliche Negativeffekte einer Position zu thematisieren und die Ausbildung einer klaren Rolle und standfesten Haltung zu befördern."*
Es bedeutet praktisch: der Coach nimmt Einfluss auf die Entscheidungsfindung: (Berateransatz)

"Im Fall auftauchender Hindernisse kann Ihnen Ihr Coach zeigen, wie Sie sich zukünftig selber wirkungsvoll motivieren können, um mit der nötigen Flexibilität Ihre Vorhaben konsequent umzusetzen"*
Es bedeutet praktisch: der Coach nimmt Einfluss auf die Entscheidungsfindung: (Traineransatz)

Es gibt die Sprache der Freiheitsliebenden, der Beschützer der Menschenwürde, der Selbstständigen die Selbstständige wollen. Menschen und Coachs, die dem Anderen es ermöglichen, sich selbst zu organisieren, ihn seine Gedanken und Ideen selbst entdecken und entwickeln lassen. Die ihre Lebensweisheiten für sich behalten, aber ein Selbstdiagnoseinstrument bereitstellen und eine Feedbacksystematik anbieten, um grundsätzliche Orientierung für die eigene Selbstentwicklung zu erhalten.

"Besonders wichtig erachte ich, das man als Coach der Hamburger Schule einen klaren Prozess verfolgt, der dem Coachee Orientierung und Transparenz bei seiner Lösungsfindung gibt. Die Idee, den Coachee zu einer Selbstlernkonzeption zu bringen, in dem er "seine" Lösung durch vom Coach initiierte Reflektionsangebote auf abstrakter Ebene (deduktives Vorgehen) selbst findet, ist für mich der entscheidende Punkt und der richtige Hebel, um Veränderungen zu bewirken.
Ich habe eine Coachingausbildung gesucht, die sich klar von autoritären Beratungsansätzen abgrenzt und die berühmte "Hilfe zur Selbsthilfe" lebt (selbstorganisiertes Coaching). Darüber hinaus sollte der Coachingansatz auf einem klar definierten und reproduzierbaren Prozesses fußen und somit auch eine Qualitätssicherung für Coaching Kunden ermöglichen."

3. Angebote bewerten - die Entscheidung absichern

Anrufen
Im Telefonat können Sie prüfen, ob Geschriebenes auch verständlich angesprochen und erklärt wird. Vorbereitetes Nachfragen ermöglicht Ihnen einen besseren Abgleich mit den Antworten.

Informationsabende
Sie lernen die Ausbilder persönlich kennen und können gefühlsmäßig einschätzen, ob sie authentisch sind. Im Wechselspiel mit den Fragen der anderen Teilnehmer können Sie die Konsistenz der Argumentation beurteilen.

Biografien und Erfahrungen der Ausbilder
Überprüfen Sie, ob die Ausbildung und die beruflichen Erfahrungen der Ausbilder mit dem thematischen Coachingangebot übereinstimmen. Eine "Wirtschaftscoachausbildung", also eine Businesscoach-, Führungskräftecoach-, Managementcoach- oder Executive- Coachausbildung, sollte von Ausbildern geleitet und durchgeführt werden, die nachweislich unternehmerische Führungserfahrungen in diesen Bereichen haben.

Referenzen
Sprechen sie mit ehemaligen Teilnehmern und informieren Sie sich über die praktisch erlebte Lernkultur in der Ausbildung, die Qualität der persönlichen Ansprache der Ausbilder, über die erlebte Lernunterstützung durch die Ausbilder und die Anzahl der supervidierten Coachings während der Ausbildung.
Sind die ehemaligen 'Teilnehmer als Coach tätig?
Werden Sie auch nach der Ausbildung von den Ausbildern angemessen unterstützt?

Der Ausbilder als praktizierender Coach
Ausbilder , die nur ausbilden, haben keine Erfahrung im Coaching. Die Ausbilder sollten Referenzen als Coach aufweisen können.

Stundenweise Teilnahme an einer Ausbildung Auf diese Weise können Sie vor Ort die Ausbildung bewerten