Hinweis

Glossar

Im Laufe der Coachausbildungen auf der Basis der Theorie vom Selbstorganiserten Coaching ist die Erfahrung gemacht worden, dass die Kommunikation über Inhalte und ihre Legitimierungen sich immer dann als „herausfordernd” herausgestellt haben, wenn sich die faktische Definition eines Begriffes (Denotation) mit der Deutung  (Konnotation) des Begriffs vermengten oder auseinanderlagen.
Um dieses „Babylon der Sprachen und Verständnisse” widerspruchsfreier und konfliktfreier zu handhaben, sind alle relevante Begriffe der Theorie vom Selbstorganisierten Coaching und ihrer Verwendungssprache definiert worden. Dies vereinfacht die Verständigung über die Inhalte der Theorie und ihrer Anwendung erheblich, obwohl das Vokabellernen, zumindest am Anfang der Ausbildung  nicht jedem Teilnehmer als eine sinnvolle Herausforderung erscheint.
Die Vereinfachung der Kommunikation wird aber auch dadurch erleichtert, weil am Markt übliche Begriffe in ihrer Schärfe oder Unschärfe besser erkannt werden können.
Die Definitionen sind – wie die Theorie vom Selbstorganisierten Coaching und die verwendeten Grafiken – dem Buch „CoachAusbildung – ein strategisches Curriculum” , dem Internetauftritt www.hamburgerschule.net  und den Arbeitsunterlagen Ihrer Coachausbildung entnommen bzw. entlehnt.

A

Absicht, die
    ist das Bedürfnis, etwas zu verwirklichen.
Abstraktion, die
    induktiver Prozess des Weglassens von Einzelheiten und des Überführens in das 
    Generelle der Einzelteile.
Alternative, die
    bedeutet die Wahlmöglichkeit zwischen zwei sich ausschließenden Optionen, z.B.
    links oder rechts, ja oder nein, an oder aus usw.
Analyse, die
    allgemeiner Begriff für eine systematische Untersuchung, bei der das zu
    untersuchende Objekt/Subjekt in seine Bestandteile zerlegt wird, um
    anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet zu werden.
analytisch
    bedeutet zergliedernd oder logisch, systematisch.
analytische Denken, das
    entspricht im Coaching dem vernetzten bzw. systemischen Denken, das heißt
    dem Denken in Zusammenhängen.
assoziiert
    bedeutet im Coaching, emotional mit seinen eigenen Gefühlen, Motiven,
    Bedürfnissen, Werten und Intelligenzen in Kontakt zu stehen, mit der Folge,
    Sachzusammenhänge aus der eigenen Person heraus zu deuten.
autonom
    Möglichkeit, sich gewollt ohne Einfluss von außen selbst organisieren zu können.
Autopoiesis, die
    altgriechisch auto = selbst und poiesies = schaffen, bauen. Bezeichnet den
    Prozess der Wiedererschaffung und Selbsterhaltung eines Systems; die Umwelt
    hat auf autopoietische Systeme (außer deren Zerstörung) keinen direkten
    Einfluss, da autopoietische Systeme in sich (operativ) geschlossen (aber nicht
    verschlossen) sind.
autoritär
    aus der Deutung/der Machtanmaßung der eigenen Person heraus.
Axiom, das
    wissenschaftlicher Begriff für einen unbeweisbaren, aber in sich einsichtigen
    Grundsatz, der als Ausgangspunkt einer Theorie dient.


B

Bedürfnis, das
    ist ein spezifischer Beweggrund für ein Verhalten.
Begabung, die
    ist eine themenspezifische individuelle Ressource, die sich in einem konkreten
    Kontext als vorteilhaft unterscheiden lässt.


C

Coachingansatz, der
    beschreibt grundsätzlich durch welche Haltung und welche
    Verfahrensweise/Vorgehensweise die Wirkungserwartung von Coaching erreicht
    wird.


D

deduktiv
    aus abstrakten Strukturen ableitend.
Denotation, die
    meint, über einen Begriff deutungsfrei (also eine ausschließlich
    faktenorientierte, neutrale Bedeutung, Grundbedeutung, den inhaltlichen Kern
    eines Wortes) Übereinstimmung mit anderen zu haben.
Didaktik, die
    geisteswissenschaftlicher Begriff für die Theorie der Lehrinhalte.
dissoziiert
    im Coaching: nicht aus der eigenen Person heraus deutend und bewertend.
    drei Anliegen im Coaching, die

  • Wahrnehmungserweiterung auslösen
  • Handlungsalternativen ermöglichen
  • Entscheidungsfähigkeit sichern sind abstrakte Wirkungserwartungen im Coaching.


E

Entscheidungsfähigkeit, die
    bezeichnet das Potenzial, aus Alternativen zu wählen.


F

fachlich-methodische Kompetenz, die
1. interagierender Bereich des Kompetenzmodells. Die fachlich-methodische Kompetenz beschreibt die fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten in einem Kontext sowie die ergebnisorientierte Organisation von Arbeitsabläufen.
2. Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur fachlich-methodischen Kompetenz eines Coach zählen, sind:

  • Hypothesenbildung auf der Basis von Modellen,
  • Angebote zur Reflexion auf Abstraktionsebene mittels Modellen,
  • Klärung von Bedeutungen und Bedeutungszusammenhängen,
  • Fragen,
  • Perspektivenwechsel auslösen,
  • Prozess führen,
  • nachhaltige Selbstlernkonzeption auslösen.

Fähigkeit, die
    Koordinierungskapazität für beabsichtigtes Handeln.
Feedback, das
    die zeitnahe Rückmeldung einer Wahrnehmung oder die Beurteilung von etwas
    nach einem allen Beteiligten verfügbaren Maßstab.
Feedbacksystematik, die
    Rückmeldemaßstab in einem Kontext für Wahrgenommenes.
Fertigkeit, die
    antrainierbare, erlernte, konkrete Verhaltensweise.
Freiheit, die
    bezeichnet die Befähigung und die Verpflichtung, aus Alternativen nach
    bestimmten individuellen Selektionskriterien zu wählen.
Freiwilligkeit, die
    bedeutet absichtliches und/oder spontanes Handeln.
Führung, die
    absichtsvolles Beeinflussen von menschlichem Verhalten oder
    Organisationsstrukturen.
Futur 1
    Handlung liegt in der Zukunft und bezeichnet einen Verlauf.
    Beispiel: Ich werde am Montag vom Zehn -Meter-Turm springen.
Futur 2
    Handlung wird in der Zukunft schon abgeschlossen sein, das heißt, sie ist zu
    dem Zeitpunkt in der Zukunft schon Vergangenheit. Man nennt das auch
    „vollendete Zukunft”.
    Beispiel: Ich werde am Montag vom Zehn-Meter-Turm gesprungen sein.


G

Gefühl, das
    ist eine körperlich empfundene Bewertung einer Wahrnehmung.


H

Handlungsalternative, die
    ist im Coaching als ein konkretes Tun/Handeln/Agieren zu verstehen, das für die
    Zielerreichung durch den Coachee realisiert wird. Dieses Tun steht im Gegensatz
    (Alternative) zu seinem bisherigen Handeln.
Handlungskompetenz, die
    meint, persönliche Ressourcen selbstgesteuert in einem situativ-individuellen
    Handeln zu realisieren.
Handlungslernen, das
    Lernen als bewusste Handlung: Lernen wird als ein bewusster Prozess
    betrachtet, der vom Lernenden gesteuert wird. Auf der Grundlage von
    Informationen und Ressourcen (wie Erfahrung, Werte) legt der Lernende sich
    ein Konzept für das kommende Tun zurecht. Dieses Konzept schließt die Analyse
    der Ausgangssituation, das Handlungsziel sowie die verfügbaren Mittel ein. In
    einer nachfolgenden Orientierungsphase prüft er, ob das Konzept für ihn
    subjektiv ausreichend war. Ist dies nicht der Fall, werden weitere Informationen
    abgefragt und das Handlungskonzept überarbeitet. Hinsichtlich des
    ursprünglichen Handlungskonzeptes und der gesetzten Ziele wird die
    Realisierung des Tuns überprüft.
Handlungsplan, der
    Abfolge von Handlungen zur Zielerreichung.
Hypothese, die
    griechisch hypothesis = Unterstellung, Vermutung; allgemeiner Begriff für eine
    unbewiesene (wissenschaftliche) Annahme, die wahrscheinlich ist, aber noch
    eines Beweises bedarf.
hypothetische Frage, die
    Frageart mit der Absicht, den Befragten in den Zustand einer Annahme zu
    bringen und unter dieser Prämisse etwas zu bewerten.
Hypothesenbildung im (selbstorganisiertem) Coaching, die
    Im Selbstorganisierten Coaching verwendet der Coach zur Hypothesenbildung
    nur wissenschaftlich überprüfbare Modelle, Theorien und Axiome. Der Coach
    bildet die Hypothese in dem er ein ausgesprochenes Wort durch den Coachee
    mit dem identischen (nicht durch den Coach gedeuteten) Wort in einer Theorie,
    einem Modell oder Axiomen verbindet. Die gesamte Theorie oder das gesamte
    Modell oder die Axiome werden dem Coachee in der Phase der
    Ressourcenidentifikation zur Reflexion auf Abstraktionsebene angeboten.
    Beispiel: Der Coachee formuliert: „Durch die Reorganisation im Betrieb bin ich
    mir nicht mehr sicher, ob ich allen fachlichen Ansprüchen in der neuen Position
    gerecht werde”.

    Der Coach identifiziert das Wort „sicher” und kann es mit der Bedürfnispyramide
    von Maslow in Verbindung bringen. Daraus entsteht die Formulierung der
    Hypothese: „Kann es sein, dass Ihre Zielerreichung mit diesen fünf Begriffen im
    Zusammenhang steht?”
    Eine andere Hypothese wäre denkbar: „Kann es sein, dass Ihre Zielerreichung
    mit folgenden vier Begriffen im Zusammenhang stehen?”
    Das in der Hypothese angesprochene Modell, die Theorie oder Axiome
    muss/müssen immer in Gänze zur Reflexion angeboten werden, damit der
    Coachee die Freiheit hat, aus Alternativen (bei Maslow sind es fünf, beim
    Kompetenzmodell auch vier Begriffe) auszuwählen. Dann kann er aus eigenem
    Vermögen „deduktiv” auf die Suche nach seinen Ressourcen gehen.


I

induktiv
    aus dem Konkreten auf das Abstrakte schließend.
Intelligenz, die
    ist eine individuelle, ererbte und gelernte strukturelle, neuronale Ressource, die
    in einem Kontext die Qualität kognitiver, emotionaler oder psychomotorischer
    Entscheidungen beeinflusst.
Intervention, die
    lateinisch intervenire = dazwischentreten, sich einschalten; Begriff aus der
    Pädagogik und bedeutet den direkten Eingriff in das Geschehen, um ein
    unerwünschtes Phänomen zu vermeiden oder zu beseitigen.
intuitiv
    Fähigkeit, impulsiv und unbewusst zu entscheiden und zu handeln.


K

Kepner-Tregoe-Methode, die
    Methode von Charles Kepner und Benjamin Tregoe, 1958 aufgestellt, dient der
    Rationalisierung von Denkprozessen und ist Basis der Arbeitsmethodik; besteht
    aus folgenden vier Bearbeitungsfeldern:

  1. Problemanalyse (in der komplexe Situationen zergliedert und Prioritäten festgelegt werden),
  2. Situations-/Ursachenanalyse (in der die wahre Ursache eines Problems zu finden ist),
  3. Entscheidungsanalyse (in der Alternativlösungen entwickelt und bewertet werden),
  4. Analyse potenzieller Probleme (in der potenzielle Probleme erkannt und Gegen- bzw. Ersatzmaßnahmen festgelegt werden).

Kommunikationskontext, der
    vereinbarter Rahmen für Kommunikation, der die Interessen aller Beteiligten
    berücksichtigt. Er ist Ergebnis der selbstgesteuerten Auseinandersetzung mit
    Gefühlen, Motiven, Bedürfnissen, Werten und Intelligenzen der eigenen Person
    und anderer Personen.
Kompetenzmodell, das
1. Das Kompetenzmodell der Hamburger Schule ist in erster Linie ein allgemein gültiges Modell. Es beschreibt abstrakt die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Mensch in einem bestimmten Kontext entwickelt haben muss, um in diesem Kontext situativ erfolgreich zu sein (→ Handlungskompetenz).
2. Das Kompetenz-Modell, das auch für den Kontext „Coaching“ gilt, besteht aus fünf einzeln zu betrachtenden, aber in der Situation interagierenden, thematischen Bereichen:

  • persönliche Kompetenz
  • fachlich-methodische Kompetenz
  • sozio-kommunikative Kompetenz
  • Feldkompetenz
  • Handlungskompetenz

Konflikt, der
    Konflikte sind Situationen, in denen voneinander abhängige Parteien versuchen,
    unvereinbare Ziele zu erreichen oder Handlungspläne zu verwirklichen.
    Kennzeichen ist eine emotionale Spannung.
Konfrontation, die
    Gegenüberstellung einer anderen Deutung oder Faktenlage.
Konnotation, die
    bezeichnet die Bedeutungszuschreibung für einen Begriff durch den
    Begriffsverwender. Dies bedeutet im Sinne des Konstruktivismus: Der Sprecher
    bestimmt die Bedeutung des Gesagten und der Hörer bestimmt die Bedeutung
    des Gehörten.
Konstruktivismus, der
    ist ein Begriff in verschiedenen (wissenschaftlichen) Fachbereichen und
    Disziplinen. Grundsätzlich ist er Ausdruck für eine wissenschaftliche Denk- und
    Erkenntnishaltung, die davon ausgeht, dass Wissen, Erkenntnisse, Vorstellungen
    und andere Inhalte nicht naturgegeben (objektiv) sind, sondern vom Menschen
    als erkennendes Subjekt konstruiert werden. Diese Erkenntnis ist
    philosophischer Natur und geprägt durch Sokrates und Immanuel Kant. Sie
    eroberte die Psychologie durch Jean Piaget, Ernst von Glasersfeld, die
    Naturwissenschaften wie durch Humberto Maturana, die Neurowissenschaft
    durch Gerhard Roth, die Sprache durch Paul Watzlawick, in der
    Pädagogik/Andragogik durch Horst Siebert.
Kontext, der
    steht im Coaching für eine komplexitätsreduzierte Bezugswahrnehmung des
    Coachee, der Gruppe oder des Teams und bezieht sich grundsätzlich auf ein
    Thema/einen Inhalt.
kontextbezogenes Faktenwissen, das
    bezieht sich auf alle objektiven Fakten eines Kontextes. Dazu zählt z.B. die
    Arbeitszeit genauso wie der Arbeitsvertrag, die Betriebsvereinbarungen, das
    Gesellschaftsrecht, das Handelsrecht, die DIN-Normen usw.
Konzept, das
    die konkrete Anforderungsbeschreibung an das Ziel-Strategie-System eines
    Themas in seinem Kontext mit festem Absichtscharakter zum Handeln;
    vergleichbar mit Aktionsplan oder Rezept.
Konzeption, die
    ist die umfassende Beschreibung eines Ziel-, Struktur- und Handlungssystems
    eines Themas in seinem Kontext als flexibel gehaltenes Realisierungsvorhaben.
    (Grundsätzliche Bearbeitungsstruktur mit erlaubten Freiheitsgraden in den
    konkreten Handlungssituationen).
Kreativität, die
    allgemeiner Begriff für ein schöpferisches Vermögen, das sich im menschlichen
    Verhalten und Denken verwirklicht; sie ist das schöpferische Potenzial des
    Menschen, die Fähigkeit, von gewohnten Denkschemata (analytisches Denken)
    abzuweichen, aus der Norm fallende Ideen (kognitiver Faktor) zu entwickeln.


L

Logik, die
    Folgerichtigkeit des Denkens im Sinne von begründbar und nachvollziehbar.


M

Maßnahme, die
    aktive Umsetzung der langfristig geplanten Anstrebung der eigenen
    Bedürfnisbefriedigung.
Menschenbild, das
    ist ein in der philosophischen Anthropologie gebräuchlicher Begriff für die
    Vorstellung, das Bild, das jemand vom Wesen des Menschen hat. Insofern der
    Mensch Teil der Welt ist, ist das Menschenbild auch Teil des Weltbildes.
    Menschenbild wie Weltbild sind immer in eine bestimmte Überzeugung oder
    Lehre eingebunden, die jemand vertritt.
Methode, die
    ist ein themenspezifisches Analyse- und Lösungsmuster, das ein „richtiges“
    Ablaufverfahren im Kontext definiert. Die Methode ist auf Grund ihres
    Ablaufcharakters zeitlich messbar.
Methodik, die
    bezeichnet die Gesamtheit wissenschaftlicher Methoden; den Gegensatz bildet
    intuitives und spontanes Handeln; pädagogischer Begriff für die Methoden des
    Lehrens und Lernens.
Mission, die
    beschreibt Werte und Normen, die das Verhalten Einzelner und Gruppen in
    einem spezifischen Themenkontext leiten und verlangen.
Modell, das
    ist die komplexreduzierende und abstrakte Darstellung von Wirklichkeit.
Motiv, das
    ist einunspezifischer Beweggrund für ein Verhalten.
MVWK-Modell, das
    beschreibt den Zusammenhang zwischen Motiven, Werten und deren Einfluss
    auf das Verhalten in einem Kontext. Es kann zur Analyse, zum Verständnis und
    zur Ableitung von Reflexionsangeboten genutzt werden.


N

Nachhaltige Selbstorganisation, die
    Nach dem Coachingverständnis kann der Coachee durch den gelernten
    Coachingprozess und seine Rahmenbedingungen in Kongruenz zu seinem
    Veränderungsziel selbstständig seine Veränderungen initiieren und sein
    Verhalten durch seine Selbstreflexion auch in sich wandelnden, aber thematisch
    vergleichbaren Kontexten in der Zukunft organisieren und realisieren
    (Selbstcoaching).


O

Orientierung, die
    Bestandsaufnahme eigener Bedürfnisse.


P

Persönliche Kompetenz, die
    bedeutet in einem Kontext, eigene Gefühle, Motive, Bedürfnisse, Werte und
    Intelligenzen identifiziert zu haben und sich selbst in seinem Verhalten
    einschätzen zu können.
Perspektivenwechsel, der
    Einnahme einer anderen Sichtweise.
Perturbation, die
    lateinisch perturbare = durcheinanderwirbeln.
Potenzial, das
    ist die Wirkungsmöglichkeit eigener Ressourcen, um in thematischen Kontextbereichen Handlungskompetenz zu entwickeln.
pragmatisch
    praktisch und unkompliziert Aufgaben und Dinge anzugehen.


R

Rat/Ratschlag, der
    Aufforderung/Angebot zu einem/für ein Verhalten,  das der betreffenden Person
    Hilfe verspricht.
Reflexion, die
    philosophischer Begriff für ein prüfendes und vergleichendes Nachdenken;
    pädagogischer Begriff für das Nachdenken über eine vergangene Lernsituation;
    physikalischer Begriff für das Zurückwerfen von Wellen/Strahlung.
    Im Coaching ist die Reflexion ein Synonym für die Ableitung von Erkenntnissen
    aus einem sprachlich-visuellen, abstrakten Angebot.
Reflexionsangebot auf Abstraktionsebene, das
    will dem Coachee in der Phase der Ressourcenidentifikation die Möglichkeit zur
    Ressourcenfindung geben.
    Das Reflexionsangebot entsteht aus der Hypothesenbildung bis Ende der Phase
    2 des Coachingprozesses. Nicht zu verwechseln mit der strukturellen Ressource,
    die einen Deutungszusammenhang zu einem Thema anbietet.
Ressource, die
    bedeutet natürliche Vorkommnisse und Mittel wie ...
    1. ökologisch: die Luft/der Wind, das Wasser, die Erde, das Feuer, das Leben
    oder alle Rohstoffe,
    2. ökonomisch: die Arbeit, der Boden, die Umwelt, das Kapital,
    3. psychologisch: Fähigkeiten, Charaktereigenschaften usw.,
    4. soziologisch: die Bildung, die Gesundheit, das Prestige usw.,
    5. kontextueller Bezug oder Mittel.
Ressource, die strukturelle
    Reflexionsangebot als Deutungsgesamtheit einer Menge thematisch gleichartiger
    Alternativen, verbunden durch einen thematischen Oberbegriff. Gilt als
    Feedbacksystematik für die Entwicklung von Handlungsalternativen.
Ressourcenverfügung, die
    autonomer Zugriff auf Mittel zur Zielerreichung.
Rubikonmodell der allgemeinen Handlungsphase, das
    Um motivationspsychologisch lange unbeachtete Willensprozesse integrieren zu
    können, unterscheidet Heckhausen im Rubikon-Modell vier deutlich voneinander
    abgegrenzte Handlungsphasen: Die erste und letzte sind motivationale, die
    beiden mittleren willengestützte (volitionale) Phasen.

  • Die anfängliche „prädezisionale” Motivationsphase (vor der Entscheidung) charakterisiert Heckhausen als Phase des Wünschens und Wägens – und Wählens: Da man nicht alle erlebten Wünsche realisieren kann oder mag, muss man genau abwägen, welche Wünsche überhaupt wichtig sind. Dies geschieht hinsichtlich der Erwartung (Realisierbarkeit: Sind Zeit, Mittel etc. vorhanden?) und dem Wert (Wünschbarkeit: Sind Folgen, Kosten und Mühen lohnenswert?). Da man nie alle Zusammenhänge überschauen kann, sorgt die „Fazit-Tendenz” für eine Entscheidung. Sie beugt endlosen Abwägungen vor, indem sie etwas ab einem bestimmten Punkt als realisierbar und wünschenswert definiert: An diesem „Rubikon” sind die Würfel buchstäblich gefallen, man hat gewählt und für den Handelnden gibt es kein Zurück mehr. In dieser motivationalen Anfangsphase ist auch das erweiterte kognitive Moti-vationsmodell einzuordnen. (Mit dem Begriff „Rubikon-Modell” formulierte Heckhausen in bewusster Anlehnung an Julius Cäsars historisches Überschreiten des Rubikons im Jahre 49 v. Chr. einen der berühmtesten Begriffe der Motivationspsychologie).
  • Die entscheidende Zielwahl ist gefallen, man ist motiviert, die handlungsaktivierende Zielbindung definiert. Nur kann man oft nicht sofort loslegen: Wann kann man handeln? Und wie? In der zweiten „präaktionalen” Phase (vor der Handlung) werden nun für die Zielerreichung wichtige und genaue Pläne und Vorsätze bestimmt: wie lange, wo, wann, unter welchen Anfangsbedingungen etc. gehandelt werden soll. Da es – ähnlich dem Abwägen – lange dauern kann, die „richtigen” Durchführungsvorsätze zu bilden, entscheidet die „Fiattendenz”, wann Vorsätze verbindlich sind.
  • An dieser Stelle beginnt mit der dritten „aktionalen” Phase die eigentliche Handlung: Nun will man sein Ziel „wirklich” aktiv handelnd erreichen. Wie sehr man sich dabei anstrengt, hängt direkt vom jeweiligen Willen und der volitionalen Intensität ab. Je größer die Volition, desto größer die Energie, mit der man sein Ziel verfolgt – wobei die aufgebrachte Volitionsenergie von der motivationalen Stärke und Zielbindung abhängt. Diese Phase endet mit der Zielerreichung.
  • In der abschließenden „postaktionalen” oder Nachhandlungs-Phase werden das eigene Tun bewertet und Konsequenzen für zukünftige Vorhaben ermittelt.


S

Selbstorganisation, die
    ist die Fähigkeit, aus sich selbst heraus Lösungen und Strukturen mittels
    Ressourcen zu generieren.
Selbststeuerung, die
    meint, dass der Coachee in der Lage ist, Veränderungsanforderungen selbst zu
    erkennen und selbst zu realisieren.
Selbstwahrnehmungserweiterung, die
    ist die Fähigkeit, das eigene Selbstbild unter unterschiedlichen
    Kontextanforderungen zu deuten.
Strategie, die
    beschreibt eine optimale grundsätzliche Vorgehensweise in einem thematischen
    Wertekontext zur Zielerreichung.
System, das
    zusammengesetztes Ganzes aus mehreren Teilen.
systemisches Coaching, das
    berücksichtigt die komplexe Lebenswelt des Coachee in der Analyse des
    konkreten Kontextes durch den Coachee.
    Systemisches Coaching hat als Betrachtungs- und Deutungsbezug immer die
    Einzelfallsituation des Coachee, seiner Person und seiner Veränderungsthematik
    im Fokus. Daher akzeptiert und bearbeitet systemisches Coaching grundsätzlich
    individuelle Anforderungen und Deutungen der thematischen Bezüge eines
    Menschen unter dem Aspekt des Konstruktivismus (gefühlte Objektivität des
    Subjekts).


T

Theorie, die
    Gedankenmodell zum Erklären von Erscheinungen oder zur Konstruktion neuer
    Welten.
Therapeut, der
    bewertet durch ihn beobachtbares Verhalten auf der Basis subjektiver Deutung
    von vorgegebenen Diagnoserastern und schließt auf eine Ursache.
Transfer, der
    Mit dem Begriff Transfer kann man viele Phänomene in der Pädagogik
    beschreiben. Eigentlich müsste er eine zentrale Rolle spielen. Übersetzt man
    Transfer mit „Übertragen“ (lat. transferre) von etwas, dann ist Lehren und
    Unterrichten im Wesentlichen nichts anderes als „übertragen“ von vorhandenen
    Erkenntnissen durch ein Medium (Lehrer) auf Lernende (Schüler),  also von
    Wissenden auf Nichtwissende, mit dem Ziel, den Zustand der Nichtwissenden in
    Wissende zu überführen. In der pädagogischen Literatur wird dieser Vorgang
    häufig undifferenziert als Lehr-/Lernprozess bezeichnet. Es ist ein Verdienst der
    Kybernetischen Pädagogik, diese Vorgänge strikt zu trennen, denn Lernen folgt
    eigenen Gesetzen. Wie die Praxis zeigt, wird nicht alles Gelehrte auch gelernt
    oder nicht so gelernt wie gelehrt. Nur im Idealfall wird das Ergebnis identisch
    sein.
    In der Pädagogik werden mit dem Begriff Transfer „nur” jene Phänomene
    bezeichnet, die beim Lehren und Lernen eines Inhalts A auch Einfluss auf den
    Inhalt B haben.
    Es muss also eine Beziehung zwischen beiden Lehrinhalten bestehen. Sie
    müssen entweder identisch (oder teilweise identisch) oder ähnlich sein.
    Überwiegend wird unter Transfer der Einfluss eines vorher gelehrten bzw.
    gelernten Inhalts auf den nachfolgenden Inhalt verstanden. Die Richtung des
    Transfers spielt eine wichtige Rolle, weil sachlogisch die Inhalte nicht einfach
    vertauscht gelehrt und gelernt (also B vor A) werden können.
    In der Wirkung des Transfers wird vor allem zwischen einem positiven
    (förderlichen, erleichternden) und einem negativen (störenden, hemmenden,
    erschwerenden)  Einfluss unterschieden.
    Für die Pädagogik macht es vor allem Sinn, sich mit dem positiven Transfer,
    also das Lehren und Lernen befördernden Einfluss, auseinanderzusetzen.
    Welche Transfertheorien gibt es?
    In der Transferforschung hat es nicht an Versuchen gefehlt, das
    Transferphänomen theoretisch zu beschreiben und zu erklären und die
    Wirkungen zu prognostizieren.
    Wichtige Transfertheorien sind  u.a. die „Formalbildungstheorie”, „Theorie der
    identischen Elemente” (Thorndike et al. 1901), die „Generalisierungstheorie”
    (Judd, 1908) und die „kybernetisch-pädagogische Transfertheorie” (Frank,
    1980; Weltner, 1970).
    Die „Formalbildungstheorie war bis zur Jahrhundertwende „das Kleinod der
    Schulpädagogik” (Flammer, 1970). Man nahm an, dass „die Übung jeder
    geistigen Fähigkeit sich auf alle anderen auswirkt” (Dorsch, Traxel, 1963).
    Unterstellt wird dabei die Existenz eines „allgemeinen (und meistens sehr
    hohen) Transfers” (Flammer, 1970) und die Förderung globaler Fähigkeiten wie
    z.B. logisches Denken oder die „Ausbildung des Gedächtnisses und des Willens”
    (Lexikon der Psychologie, 1972) und „Die Mathematik und das Latein stehen
    vorzugsweise in dem Rufe” (Zietz, 1959), besonders formalbildend zu sein.
    Diese Argumentation wird noch heute in den Schulen verwendet, obwohl
    derartige Wirkungen empirisch nicht bestätigt werden konnten.
    Dies widerlegte Thorndike (1901) und entwickelte eine „Theorie der identischen
    Elemente” (Thorndike, Woodworth, 1901). Demnach findet Transfer nur dann
    statt, wenn in beiden Inhalten gemeinsame, genau identische Wahrnehmungs-
    und Verhaltenselemente vorhanden sind. Die Theorie wurde von Charles E.
    Osgood (1949) weiterentwickelt, der Transfereffekte vom Grad der Ähnlichkeit
    der Elemente in zwei Lernsituationen abhängig machte.  Wie viele Kritiker sah
    auch Thorndike selbst seine Theorie nicht als alleinige Erklärung für
    Transfereffekte an, zumal er auch den Begriff „identische Elemente” sehr
    großzügig interpretierte.
    Zu diesen Kritikern gehört u.a  Judd (1908), der in seiner
    „Generalisierungstheorie” erklärt, dass es erst zu Transfereffekten kommt, wenn
    es einer Persönlichkeit gelingt, durch Verallgemeinerung spezifische Erfahrungen
    auch für verschiedene Situationen nutzbar zu machen.
    Im Gegensatz zu diesen behavioristisch orientierten Erklärungsversuchen nutzt
    die „kybernetisch-pädagogische Transfertheorie” den
    informationspsychologischen Modellansatz von Helmar Frank (1959), der
    Transfereffekte über informationstheoretische Größen interpretiert und definiert.
    Der positive Transfer eines Lehrstoffes A auf den Lehrstoff B kann sich
    auswirken auf eine höhere Kompetenz zu einem bestimmten Zeitpunkt beim
    Lernen des Lehrstoffs B, oder auf eine verringerte Lernzeit bei festgelegter
    Kompetenz. Positive Transferformen sind der manifeste Transfer, der zu
    Lernerleichterungen durch Vorinformation von Inhalten führt und der latente
    Transfer, der solche Erleichterungen aufgrund von Vorinformation über das
    Funktionieren von Strukturen bewirkt. Diese Theorie ermöglicht, über das
    Informationsmaß auch quantitative Aussagen über Transferwirkungen zu
    machen.
    Praktischer Nutzen  für das Lehren und Lernen?
    Den behavioristisch orientierten Theorien ist es nur bedingt gelungen, die
    Transferwirkungen in einer allgemeinen Theorie zu beschreiben und zu erklären.
    Dies liegt an der Vielzahl von Einflussfaktoren beim Lehren und Lernen, sodass
    es selten oder nur ansatzweise gelingt, eindeutig die Effekte empirisch den
    Ursachen zuzuordnen. Außerdem bewirkt eine objektive Ähnlichkeit von
    Lehrinhalten nicht immer ein solches Erkennen beim Lerner.
    Trotzdem sind in der Praxis solche Wirkungen festzustellen. Nicht immer sind sie
    so eindeutig wie der Einfluss von mathematischen Inhalten auf Inhalte der
    Physik oder Chemie. Selbst beim Lernen der verwandten europäischen Sprachen
    bieten sich viele Transfermöglichkeiten.
    Grundsätzlich kann Transfer bei vielen Lehrinhalten unterschiedlicher
    Komplexität eine Rolle spielen, die bei den Fakten beginnen und bei Regeln,
    Methoden, Verfahren und Verhaltensweisen enden. Es fehlt bisher eine Analyse
    und Beschreibung solcher Effekte, die im praktischen Einsatz eine sinnvolle
    Erleichterung des Lehrens und Lernens bewirken können.
    Eine allgemein gültige Aussage und Beschreibung von Transfereffekten ist
    deshalb so schwierig, weil eine praktikable Definition der Ähnlichkeit von
    Inhalten fehlt und das Erkennen dieser Ähnlichkeiten auch noch vom internen
    Zustand des Lerners abhängt.

V

Veränderung, die
    ist der (Über-)Lebenswille und/oder das Bedürfnis nach dem Besseren.
Verantwortung, die
    Pflicht, für die Folgen eigenen Handelns einzustehen.
Verhaltensalternative, die
    ist im Coaching eine Verhaltensalternative, eine neue/veränderte
    Vorgehensweise zur Entstehung einer Entscheidung durch den Coachee. Die
    Entscheidung wird sichtbar im Handeln.
Vision, die
    Begriff für Erwartung einer maximalen Befriedigung der eigenen Bedürfnisse in
    einer unbestimmten Zukunft.
visuelle Aufstellung, die
    Begriff für die Visualisierung aller Zusammenhänge (des erkannten Kontextes)
    in Bezug auf das Veränderungsthema durch den Coachee.
Vorsatz, der
    ist das Bedürfnis, einen Handlungsplan zu verwirklichen.


W

Wahrnehmung, die
    Deutung aufgenommener Reize.
Werkzeug, das
    ist eine funktionale Einzelmaßnahme.
Wert, der
    Orientierung für attraktives Verhalten.
Wille, der
    ist das unverhandelbare Bedürfnis, einen Handlungsplan zu verwirklichen.
Wirksamkeit, die
    bezieht sich im Coaching auf das Eintreten der Folgen der selbstgewählten
    Veränderung.
Wirkung, die
    bezieht sich im Coaching auf die eingetretenen systemischen Folgen einer
    Denkleistung und/oder eines konkreten Vorgehens.
Wirkungserwartung, die
    bezieht sich im Coaching auf die erwarteten systemischen Folgen einer
    Denkleistung und/oder eines konkreten Vorgehens.
Wirkungserwartung des Coachingprozesses, die
    besteht in der situativen Selbstorganisation des Coachee zu seinem
    Veränderungsthema im zukünftigen Realisierungskontext.
Wirkungserwartung der Prozessphasen, die
    Phase 1    –    Vereinbarung auf den Coachingansatz
    Phase 2    –    Wille zur konkreten Selbstveränderung und bewusste Akzeptanz
                         von selbsterkannten Folgen
    Phase 3    –    Ressourcenidentifikation und Reflexion der bisherigen
                         Selbstorganisation
    Phase 4    –    Handlungskompetenz im systemischen Realisierungskontext
                         festlegen
    Phase 5    –    Sicherung der nachhaltigen Handlungskompetenz


Z

Ziel, das
    meint die bewusst angestrebte Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu einem
    bestimmten Zeitpunkt.